Soziale Berufe

Soziale Berufe brauchen Verstärkung – der Fachkräftemangel macht QuereinsteigerInnen unverzichtbar.

In Deutschland fehlen:

In Deutschland fehlen

240.000

Kita-Kräfte.

In Deutschland fehlen

100.000

Betreuungskräfte für den Ganztag

Fachkräftemangel in Betreuung und Bildung

400.000

Fachkräfte & Ergänzungskräfte

Deutschland fehlen 240.000 Kita-Fachkräfte, bedingt durch längere Betreuungszeiten, steigende Teilnahmequoten und höhere Personalschlüssel. Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in der Schule erhöht den Bedarf um weitere 100.000 Fachkräfte. Zudem fordert die Inklusion immer mehr Schulbegleiter:innen, aktuell sind bundesweit 60.000 Stellen unbesetzt. Ohne Quereinsteiger:innen ist dieser Bedarf nicht zu decken.

Treiber des Fachkräftemangels:

Kita:
Laut dem Fachkräfte-Radar für KiTa und Grundschule der Bertelsmann Stiftung wird bis 2030 in Deutschland ein Mangel von bis zu 242.000 Betreuungskräften erwartet. Diese Entwicklung wird durch mehrere Faktoren beeinflusst, darunter die steigende durchschnittliche Betreuungszeit pro Kind, eine höhere Teilnahmequote an der Kindertagesbetreuung und der wissenschaftlich empfohlene, höhere Personalschlüssel pro Gruppe.

Ganztagsbetreuung nach der Schule:
Mit dem Inkrafttreten des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder ab 2026 wird der Bedarf an Betreuungspersonal weiter steigen. Viel mehr Kinder werden nach der Schule im Hort/offenen Ganztag den Nachmittag verbringen.  Die Bertelsmann Stiftung schätzt, dass durch diesen Rechtsanspruch bis zu 100.000 zusätzliche Fachkräfte benötigt werden.​

Inklusion:
Die Inklusion in deutschen Schulen hat in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen, insbesondere seit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) im Jahr 2009. Diese verpflichtet Deutschland, Schüler mit und ohne Förderbedarf gemeinsam zu unterrichten. Für viele Schüler und Schülerinnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf ist der Schulbesuch ohne Schulbegleitung (auch Inklusionsassistenz, Integrationshelfer, Teilhabeassistenz) kaum möglich. Schulbegleiter:innen unterstützen sie bei alltäglichen Aufgaben im Unterricht und sorgen so dafür, dass Inklusion im Schulalltag umgesetzt werden kann. Beispielsweise hat sich in Baden-Württemberg die Zahl der Schulbegleiter seit 2014 um das 2,5-Fache erhöht, in Niedersachsen haben sich die Ausgaben für Schulbegleitung verdreifacht und der Trend hält an. Ähnliche Entwicklungen zeigen sich auch in den anderen Bundesländern​. Die Jobplattform HeyJobs allein listet im Oktober 2024 knapp 2.000 offene Stellen für Schulbegleiter.

Fachkräfte vs. Ergänzungskräfte

Fachkräfte
Staatlich anerkannte ErzieherInnen, SozialpädagogInnen oder HeilerziehungspflegerInnen haben eine mehrjährige Berufsausbildung oder ein Studium absolviert. Abhängig von Tarifvertrag, Bildungsabschluss, Berufserfahrung und (Leitungs-)Aufgaben können Gehälter von über 4.000 EUR brutto pro Monat (Vollzeit) verdient werden.

Ergänzungskräfte
Ideal für einen schnelleren Quereinstieg sind Tätigkeiten als pädagogische Ergänzungskraft wie bspw. IntegrationshelferIn, InklusionsassistentIn, KinderbetreuungshelferIn, ErzieherhelferIn, GanztagsbetreuerIn, HauswirtschaftshelferIn etc.

Hier arbeiten QuereinsteigerInnen eng mit Fachkräften zusammen und sammeln praktische Arbeitsstunden mit Kindern, die in einer verkürzten, berufsbegleitenden Weiterbildung zur Fachkraft angerechnet werden können. Abhängig von Qualifizierung, Region und Arbeitgeber können bis zu 3800 EUR monatlich (Vollzeit) verdient werden. Ergänzungskräfte werden zunehmend gefragter, da der Bedarf an Betreuungspersonal stetig wächst. Gerade für QuereinsteigerInnen bieten sich hier optimale Chancen: Ohne lange Ausbildungszeiten kann direkt in die Praxis eingestiegen werden, um mit erfahrenen Fachkräften zusammenzuarbeiten.

Attraktivität der Berufe für den Quereinstieg

Geringe Einstiegsbarrieren:
Ergänzungskräfte benötigen keine mehrjährige Ausbildung, um im sozialen Bereich tätig zu werden. Über praxisorientierte und fundierte Kurzmaßnahmen können sie schnell die wichtigsten Grundlagen und Kompetenzen erwerben, die im Berufsalltag gefragt sind und so einen Fuß in die Tür setzen.

Weiterbildungsperspektive:
Viele Ergänzungskräfte nutzen ihre Position als Sprungbrett in eine berufsbegleitende Qualifizierung zur Fachkraft (bspw. Erzieher), was die Verdienstmöglichkeiten verbessert und langfristige Karrieremöglichkeiten eröffnet.

Vollzeit, Teilzeit und familienfreundliche Arbeitszeiten:
Ergänzungskräfte haben die Wahl zwischen Vollzeitarbeit mit höherem Verdienst und Teilzeitmodellen, die mit der Arbeit für die eigene Familie gut vereinbar sind. Zusätzlich bieten die Schulferien eine flexible Auszeitmöglichkeit, was den Beruf besonders für Eltern von Schulkindern attraktiv macht.

Hohe gesellschaftliche Relevanz:
Betreuungskräfte in Kita und Schule unterstützen die Entwicklung der Kinder und entlasten Eltern, wodurch sie Familie und Beruf besser vereinbaren können. Ihre Arbeit stärkt Chancengleichheit und sozialen Zusammenhalt und macht den Beruf besonders erfüllend.

Zielgruppen für den Quereinstieg

Arbeitsuchende ohne Berufsabschluss und Geringqualifizierte:
Personen ohne abgeschlossene Berufsausbildung oder mit geringer Qualifikation, die eine sinnstiftende Tätigkeit im sozialen Bereich anstreben, können durch Weiterbildung einen schnellen Einstieg in den pädagogischen Beruf finden.

Langzeitarbeitslose und Personen mit Vermittlungshemmnissen:
Weiterbildungsanbieter bieten mit speziellen Orientierungskursen ein maßgeschneidertes Unterstützungsangebot für Langzeitarbeitslose, um Vermittlungshemmnisse zu überwinden und den Wiedereinstieg in den ersten Arbeitsmarkt zu erleichtern.

Menschen mit Migrationshintergrund:
Für Migranten und Flüchtlinge integrieren Weiterbildungsanbieter spezielle Module, darunter berufsbezogene Sprachförderung und interkulturelle Kompetenztrainings, die den Berufseinstieg im sozialen Bereich ermöglichen.

Migranten mit sozialpädagogischer Qualifizierung im Herkunftsland:
Mit speziellen Fachsprachkursen machen Weiterbildungsanbieter Zugewanderte, die in ihrem Heimatland schon als Sozialpädagogen, ErzieherInnen, LehrerInnen etc. gearbeitet haben, fit für einen Quereinstieg in Deutschland.

Alleinerziehende und Berufsrückkehrer/-innen:
Weiterbildungsangebote mit familienfreundlichen Lernzeiten sind ideal für Alleinerziehende und berufsrückkehrende Frauen und Männer, die nach einer Familienphase oder Pflegezeit in einen Beruf mit Kindern einsteigen möchten.

AkademikerInnen und StudienabbrecherInnen:
Ein Quereinstieg bietet arbeitslosen AkademikerInnen und StudienabbrecherInnen eine berufliche Perspektive im pädagogischen Bereich. Durch Weiterbildungsmaßnahmen können sie theoretische und praktische Kompetenzen erwerben und schnell in einem gesellschaftlich relevanten Beruf Fuß fassen.

Ältere Arbeitsuchende (50plus):
Weiterbildungsangebote richten sich auch an arbeitslose Menschen über 50 Jahre. Besonders in der Kinderbetreuung kommt ihre Lebenserfahrung ihnen bei der Arbeit zugute.

Rehabilitandinnen und Rehabilitanden:
Für Menschen, die aufgrund von Krankheit oder Unfall ihren bisherigen Beruf nicht mehr ausüben können, bietet ein Neustart im sozialpädagogischen Bereich hervorragende Chancen zur beruflichen Rehabilitation und Wiedereingliederung. Zum Beispiel kann eine Umschulung zur pädagogischen Fachkraft einem ehemaligen Handwerker mit körperlichen Einschränkungen den Weg in eine erfüllende und weniger körperlich belastende Tätigkeit ebnen.

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